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Fenrir: Wer ist der Fenriswolf und was bedeutet er?

VikingsBrand
Von VikingsBrand11 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am 14.6.2022 · Aktualisiert am 15.10.2026
Fenrir

Fenrir ist der große Wolf der nordischen Mythologie, ein Sohn des listigen Gottes Loki, von den Göttern aus Angst gefesselt und dazu bestimmt, sich bei Ragnarök zu befreien und Odin selbst zu verschlingen. Sein Name wird meist als „Sumpfbewohner“ gedeutet, und kaum eine Gestalt der nordischen Mythen verbreitet so viel Schrecken. Und für heutige Leser ist kaum eine so tragisch.

Oft wird der Wolf als bloßes Ungeheuer dargestellt. Die älteren Quellen erzählen eine beunruhigendere Geschichte: Die Götter fürchteten ihn wegen Prophezeiungen, noch bevor er ihnen irgendetwas getan hatte, und sie fesselten ihn mit einer List und einem Versprechen, das sie nicht hielten. Hier findest du die ganze Geschichte: wer Fenrir ist, woher er kommt und warum der Wolf den Menschen, die sein Bild heute tragen, noch immer so viel bedeutet.

Wer ist Fenrir?

Fenrir (altnordisch Fenrir oder Fenrisúlfr, „Fenriswolf“) ist ein ungeheurer Wolf und eines der drei Kinder von Loki und der Riesin Angrboða. Seine Geschwister sind Jörmungandr, die Schlange, die die Welt umschlingt, und Hel, die über das Reich der Toten herrscht. Fast alles, was wir über ihn wissen, stammt aus zwei isländischen Quellen des 13. Jahrhunderts: der Lieder-Edda, einer Sammlung älterer, anonymer Gedichte, und der Prosa-Edda des Snorri Sturluson.

Den Namen „Fenrir“ erklärt man meist als „Sumpfbewohner“, vom selben Wort wie das englische fen, ein Sumpf oder Moor. Keine mittelalterliche Quelle erklärt ihn allerdings, und die Herleitung ist nicht sicher. Er trägt auch andere Namen. Im Gedicht Lokasenna nennt ihn der Gott Týr Hróðrsvitnir, „berühmter Wolf“, und in den Skáldskaparmál nennt Snorri Loki den Vater des Vánargandr, „das ist der Fenriswolf“: das Ungeheuer des Flusses Ván, der, wie wir noch sehen werden, aus dem Maul des Wolfes selbst fließt.

Warum die Götter ihn fürchteten

Fenrirs Tragödie beginnt, bevor er überhaupt etwas getan hat. Snorri berichtet, die drei Kinder seien in Jötunheimar aufgewachsen, als die Götter aus Prophezeiungen erfuhren, dass ihnen von diesen Geschwistern großes Unheil drohe. Die Prophezeiungen sagten auch, dass der Wolf eines Tages Odins Tod sein werde. Statt abzuwarten, schickte Odin die Götter aus, um die Kinder zu holen. Die Schlange warf er ins Meer, Hel verstieß er nach Niflheim.

Den Wolf behielten sie. Die Götter zogen Fenrir bei sich auf, und nur der Kriegsgott Týr hatte den Mut, zu ihm zu gehen und ihn zu füttern. Doch sie sahen, wie sehr er jeden Tag wuchs, und alle Prophezeiungen sagten, dass er ihnen zum Verhängnis werden sollte. Also beschlossen sie, ihn zu fesseln.

Fenrir, der riesige Wolf, wächst in der nordischen Mythologie unter den Göttern Asgards heran

Die drei Fesseln

Nach Snorris Gylfaginning (Kapitel 34) machten die Götter ein Spiel daraus. Sie brachten Fenrir eine schwere eiserne Fessel namens Læðingr und forderten ihn heraus, seine Kraft daran zu messen. Der Wolf war sich seiner Sache sicher, ließ sich binden und zerriss sie beim ersten Tritt. Sie versuchten es erneut mit Drómi, doppelt so stark. Fenrir musste sich mehr anstrengen, sprengte aber auch diese Fessel. Daher stammt die altnordische Redensart „sich aus Læðingr lösen oder aus Drómi herausschlagen“, die man immer dann gebrauchte, wenn etwas nur mit großer Mühe gelang.

Gleipnir: eine Fessel aus unmöglichen Dingen

Nun fürchteten die Götter, den Wolf niemals binden zu können. Odin schickte Skírnir, den Boten des Gottes Freyr, hinab nach Svartálfaheimr zu bestimmten Zwergen. Zwerge sind in den Mythen die Meisterschmiede: In einer anderen Geschichte schmieden zwei Zwergenbrüder Thors Hammer. Diese Zwerge fertigten Gleipnir, eine Fessel so glatt und weich wie ein Seidenband und doch stark und zuverlässig, aus sechs Dingen:

  • dem Geräusch eines Katzentritts
  • dem Bart einer Frau
  • den Wurzeln eines Berges
  • den Sehnen eines Bären
  • dem Atem eines Fisches
  • dem Speichel eines Vogels

Snorri liefert sogar den Beweis, dass er nicht lügt: Es sei dir sicher schon aufgefallen, sagt er, dass eine Frau keinen Bart hat, eine laufende Katze kein Geräusch macht und ein Berg keine Wurzeln hat. Die verbreitete Vorstellung, diese Dinge fehlten, weil die Zwerge sie aufgebraucht hätten, ist eine moderne Ausschmückung. Snorri stellt nur fest, dass man sie nicht finden kann. Ebenso modern ist der Gedanke, dass keine Kraft der Welt eine Fessel aus Dingen zerreißen kann, die es gar nicht gibt, auch wenn diese Lesart naheliegt.

Die Hand des Týr

Die Götter brachten den Wolf hinaus auf eine Insel namens Lyngvi im See Ámsvartnir und zeigten ihm das Band. Fenrir war kein Narr. Er betrachtete die dünne, seidige Schnur und witterte eine List: Welchen Ruhm brächte es, etwas so Schmächtiges zu zerreißen, und welche Gefahr, wenn mehr dahintersteckte, als es schien? Die Götter sagten ihm, wenn er es nicht zerreißen könne, sei er keine Bedrohung für sie, und dann würden sie ihn freilassen. Binden lassen wollte er sich nur unter einer Bedingung: Einer der Götter sollte ihm eine Hand ins Maul legen, als Pfand dafür, dass alles ohne Betrug geschah.

Die Götter sahen einander an, und keiner rührte sich, außer Týr, der seine rechte Hand in das Maul des Wolfes legte. Je heftiger Fenrir sich dagegenstemmte, desto fester zog sich Gleipnir zu. Da lachten alle Götter, nur Týr nicht: Er verlor seine Hand. Weiter vorn im Buch ergänzt Snorri, dass der Wolf, als die Götter ihn nicht freiließen, die Hand an der Stelle abbiss, die heute „Wolfsgelenk“ (úlfliðr) heißt, am Handgelenk.

Fenrir beißt dem Gott Týr die Hand ab, während die Götter ihn mit Gleipnir fesseln

Snorri erzählt die Szene als Beweis für Týrs Mut: Týr ist der kühnste der Götter und hat große Macht über den Sieg im Kampf. Seitdem ist er einhändig und wird, so Snorri, „nicht Versöhner der Menschen genannt“. Moderne Bücher fügen oft hinzu, er sei ein Gott des Rechts und der Eide gewesen; die nordischen Texte sagen das nicht. In der Lokasenna verspottet Loki ihn wegen der rechten Hand, die Fenrir ihm abgerissen hat, und Týr antwortet, ihm fehle zwar eine Hand, Loki aber fehle sein Wolf, der bis Ragnarök in Fesseln liege. Týr gab seine rechte Hand wissentlich als Pfand für ein Versprechen, das die Götter nicht hielten. Sie gewannen, aber nur, indem sie ihr Wort brachen, und Snorri verschweigt das nicht. So gelesen hält sich das „Ungeheuer“ an die Abmachung, die Götter dagegen nicht.

Gefesselt bis zum Ende der Welt

Als Fenrir fest gebunden war, nahmen die Götter die Schnur, die an der Fessel hing und Gelgja heißt, zogen sie durch eine große Felsplatte namens Gjöll und verankerten die Platte tief in der Erde. Dann trieben sie einen großen Stein, Þviti, noch tiefer hinein, um sie zu befestigen. Als der Wolf das Maul aufriss und nach ihnen schnappte, stießen sie ihm ein Schwert in den Rachen, den Griff gegen den Unterkiefer, die Spitze gegen den Gaumen, sodass seine Kiefer aufgesperrt blieben. Er heult entsetzlich, und der Geifer, der aus seinem Maul rinnt, ist der Fluss namens Ván, „Hoffnung“ oder „Erwartung“. Dort liegt er bis Ragnarök. Warum töteten sie ihn nicht einfach? Weil, so Snorri, die Götter ihre Heiligtümer für so heilig hielten, dass sie sie nicht mit dem Blut des Wolfes beflecken wollten, obwohl die Prophezeiungen sagten, er werde Odins Tod sein.

Fenrir bei Ragnarök

Dieser Tag ist Ragnarök, das Schicksal der Götter, im Deutschen oft „Götterdämmerung“ genannt. Wenn das Ende kommt, sprengt Fenrir endlich seine Fesseln. In der Völuspá warnt der Kehrreim: „Die Fessel wird reißen, und der Wolf wird frei rennen.“ Snorri beschreibt im 51. Kapitel der Gylfaginning, wie er heranstürmt, den Unterkiefer an der Erde, den Oberkiefer am Himmel. Er würde das Maul noch weiter aufreißen, wenn Platz dafür wäre, und Feuer lodert ihm aus Augen und Nüstern.

Odin reitet als Erster, den Kriegern Walhalls voran, mit goldenem Helm und dem Speer Gungnir in der Hand, und hält auf den Wolf zu. Doch die Prophezeiung erfüllt sich: Der Wolf verschlingt Odin, und das ist sein Tod. Das Gedicht Vafþrúðnismál (Strophe 53) sagt dasselbe: „Der Wolf wird den Vater der Zeiten verschlingen.“ Sein Sieg währt nicht lange. Odins Sohn Víðarr, den Snorri den schweigsamen Gott nennt, tritt vor. Er trägt einen dicken Schuh, der aus allen Lederresten bestehen soll, die Menschen je an Spitze und Ferse von ihren eigenen Schuhen abgeschnitten haben. Deshalb soll jeder, der den Göttern helfen will, diese Reste wegwerfen. Víðarr setzt diesen Fuß in Fenrirs Unterkiefer, packt mit einer Hand den Oberkiefer und reißt ihm das Maul auseinander, und das ist der Tod des Wolfes. Bald darauf schleudert Surtr Feuer über die Erde und verbrennt die ganze Welt. Die Gedichte erzählen die Tötung jeweils auf ihre Weise: In den Vafþrúðnismál spaltet Víðarr die kalten Kiefer des Wolfes, in der Völuspá (Strophe 55) stößt er „Hveðrungs Sohn“ das Schwert ins Herz, wobei Hveðrungr meist als ein Name Lokis gilt.

Fenrir, Sköll und Hati: Wer verschlingt die Sonne?

Im Internet liest man immer wieder, Fenrir sei der Wolf, der die Sonne verschlingt. Ebenso oft heißt es zur Richtigstellung, er sei es nicht, diese Aufgabe gehöre seinen Söhnen. Die Quellen entscheiden die Frage in keine Richtung.

Im 12. Kapitel der Gylfaginning nennt Snorri zwei Wölfe, die am Himmel jagen: Sköll („Trug“ oder „Spott“), der Sól, der Sonne, nachläuft und sie einholen wird, und Hati Hróðvitnisson („der Hassende“), der vor ihr herläuft und den Mond packen will. Sie stammen, so Snorri, von einer alten Riesin im Eisenwald (Járnviðr) östlich von Midgard, die viele Riesensöhne in Wolfsgestalt gebiert. Wenn er im 51. Kapitel von Ragnarök erzählt, verschlingt „der Wolf“ die Sonne und „der andere Wolf“ nimmt den Mond, ohne Namen, und die Sterne verschwinden vom Himmel. Erst danach bebt die Erde und Fenrir reißt sich los.

Die Vafþrúðnismál (Strophen 46 und 47) geben die Sonne Fenrir selbst. Odin fragt, woher eine Sonne kommen soll, die den Himmel erhellt, wenn Fenrir diese hier vernichtet hat, und der Riese antwortet, die Sonne werde eine Tochter gebären, bevor Fenrir sie holt. Auch diese Antwort zitiert Snorri, gegen Ende der Gylfaginning. Die Prosa-Edda gibt die Sonne also an einer Stelle Sköll und an einer anderen Fenrir.

Sind Sköll und Hati Fenrirs Söhne? Ausdrücklich sagt das keine Quelle. In den Grímnismál (Strophe 39) ist Hati Hróðvitnis sonr, „der Sohn des Hróðvitnir“, und Hróðvitnir, „berühmter Wolf“, gilt meist als ein weiterer Name für Fenrir, weil die Lokasenna Fenrir Hróðrsvitnir nennt. Die Völuspá (Strophe 40) sagt außerdem, dass die Alte im Eisenwald Fenris kindir aufzog, „Fenrirs Sippe“. Damit ist „die Söhne Fenrirs“ eine vertretbare Lesart, aber nur Hati wird überhaupt jemandes Sohn genannt, und Sköll bekommt nie einen Vater. Falls du schon einmal zwei Wölfe gesehen hast, die ein Sonne-und-Mond-Motiv flankieren: Das sind Sköll und Hati, und sie bilden eines der bedeutungsvollsten Paare im ganzen nordischen Schmuck.

Zwei weitere Namen machen das Bild unübersichtlicher. Im selben Kapitel der Gylfaginning, das Hati den Mond zuweist, nennt Snorri den mächtigsten Wolf dieser Brut Mánagarmr, den „Mondhund“, und sagt, er sei es, der den Mond verschlingt. Garmr ist wieder ein anderes Tier: der Hund, der vor der Höhle Gnipahellir angekettet ist und dessen Gebell in der Völuspá jede Wendung der Prophezeiung ankündigt. Auch er reißt sich am Ende los, und in Snorris Darstellung kämpfen er und Týr gegeneinander und töten sich gegenseitig. Ob das eigene Geschöpfe sind oder andere Namen für dieselben, darüber streiten Gelehrte seit Langem, und die Quellen entscheiden es nicht.

Was symbolisiert Fenrir heute?

In den nordischen Quellen ist Fenrir ein Zerstörer, der Wolf, dessen Freiheit das Ende der Götter bedeutet, und nichts darin stellt ihn als Vorbild hin. Die Bedeutungen unten sind modern. Jede von ihnen findet aber einen Anhaltspunkt in Snorris Erzählung: ein Wolf, den die Götter fürchteten, bevor er irgendetwas getan hatte, mit einer List gefesselt und wartend, bis seine Ketten brechen. Deshalb berührt der Wolf heute so viele Menschen, und deshalb tragen sie ihn.

  • Ungezähmte Kraft. Fenrir ist rohe Stärke, die keine Fessel aus „unmöglichen Dingen“ für immer halten kann, ein Symbol für eine innere Kraft, die sich nicht einsperren lässt.
  • Trotz gegenüber dem Schicksal. Die Mythen sind voller Schicksal: Die Völuspá sagt sowohl voraus, dass der Wolf Odin töten wird, als auch, dass Víðarr ihn rächen wird. Heutige Leser sehen in Fenrir denjenigen, der diesem Schicksal direkt entgegentritt. Den Wolf zu tragen heißt, dem, was kommt, ins Auge zu sehen, ohne mit der Wimper zu zucken.
  • Treue und der gebrochene Eid. Durch Týrs Opfer handelt Fenrirs Geschichte auch vom Preis der Ehre und den Kosten des Verrats, eine Erinnerung daran, dein Wort zu halten, wo selbst die Götter es nicht taten.
  • Der Außenseiter. Gefürchtet und verurteilt, lange bevor er es verdient hatte, spricht Fenrir alle an, die schon einmal beurteilt wurden, bevor man sie überhaupt kannte.

Fenrir in der heutigen Kultur

Der Wolf war nie wirklich fort. Er taucht in Videospielen auf, die auf der nordischen Mythologie beruhen, in unzähligen Tattoos, auf Metal-Albumcovern und als Filmmonster. Jede Nacherzählung geht auf dieselbe Geschichte zurück: den Wolf, den die Götter fesselten und der darauf wartet, dass seine Ketten brechen.


Trag den Wolf

Wenn dich Fenrirs Geschichte anspricht, bringen diese Stücke sie gut zur Geltung:

Gedrehter Fenrir-Armreif aus Edelstahl, ein Wikinger-Armreif mit zwei Wolfsköpfen

Gedrehter Wikinger-Armreif mit Fenrir-Wolf aus Edelstahl

Ein gedrehter Armreif aus 316L-Edelstahl mit zwei einander zugewandten Wolfsköpfen an den Enden, verstellbar von 18 bis 26 cm, sodass du ihn am Handgelenk oder als Oberarmreif tragen kannst.

Noch ein paar Lieblingsstücke mit Wolf:

In der ganzen Kollektion mit nordischem Wolfsschmuck findest du dein eigenes Stück. Skål.

Mehr über Sköll und Hati, die oft als seine Söhne gelten, über seinen Bruder Jörmungandr, die Midgardschlange, und über die vielen anderen Wesen der nordischen Mythologie erfährst du in unseren weiteren Artikeln.


Fenrir: häufige Fragen

Wie spricht man Fenrir aus?

Meist sagt man FEN-rir, mit der Betonung auf der ersten Silbe. Das altnordische Fenrisúlfr klingt eher wie FEN-ris-uulw-r.

Ist Fenrir gut oder böse?

Die Quellen beurteilen ihn nicht in diesen Begriffen. Sie behandeln ihn als tödlichen Feind der Götter, der dazu bestimmt ist, Odin zu töten. Snorri zeigt aber auch, wie die Götter ihn mit einer List fesseln, bevor er ihnen geschadet hat, und ihr Versprechen brechen, ihn freizulassen. Deshalb sehen viele heutige Leser in ihm eher eine tragische Gestalt als einen bloßen Bösewicht.

Was ist der Unterschied zwischen Fenrir, Sköll und Hati?

Fenrir ist der große Wolf, der Odin bei Ragnarök tötet. Sköll und Hati sind die beiden Wölfe, die Sonne und Mond jagen, und laut Snorri wird Sköll die Sonne einholen. Oft nennt man sie Fenrirs Söhne, weil ein Gedicht Hati den Sohn des Hróðvitnir nennt, eines Namens für Fenrir, doch keine Quelle sagt das ausdrücklich. Das Gedicht Vafþrúðnismál sagt, Fenrir selbst werde die Sonne holen. Die Behauptung, er fresse sie nie, ist also zu einfach.

Hat Fenrir Odin getötet?

Ja. Bei Ragnarök reißt Fenrir sich los und verschlingt Odin. Danach wird er seinerseits von Odins Sohn Víðarr getötet, der dem Wolf die Kiefer auseinanderreißt oder ihm, in der Völuspá, ein Schwert ins Herz stößt.

Was bedeutet ein Fenrir- oder Wolfssymbol heute?

Heute trägt man den Fenriswolf als Symbol für ungezähmte Stärke, Treue und den Mut, dem eigenen Schicksal ohne Angst zu begegnen. Diese Bedeutungen sind modern; in den nordischen Quellen ist der Wolf ein Zerstörer. Sie erklären, warum er eines der beliebtesten Motive im Wikinger- und nordischen Schmuck geblieben ist.

Primärquellen: die Lieder-Edda (Völuspá, Vafþrúðnismál, Grímnismál, Lokasenna) und Snorri Sturlusons Prosa-Edda (Gylfaginning, Skáldskaparmál); Kapitel- und Strophenzählung nach den oben verlinkten Texten auf heimskringla.no; siehe auch den Eintrag der World History Encyclopedia zu Fenrir (auf Englisch).

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