Wikinger-Symbole und ihre Bedeutung: die 20 wichtigsten nordischen Zeichen
Wikinger-Symbole, oft auch nordische Symbole genannt, sind die Zeichen, die in der nordischen Welt mit den Göttern, dem Schicksal und dem Schutz verbunden sind. Die bekanntesten sind Mjölnir, Thors Hammer, und der Valknut, die beide auf Gegenständen aus der Wikingerzeit vorkommen; Yggdrasil, der Weltenbaum der Edda; sowie der Schreckenshelm und der Wegweiser Vegvísir, isländische Zauberzeichen, die erst Jahrhunderte nach der Wikingerzeit gezeichnet wurden. Die ältesten Symbole sind auf Bildsteinen, Runensteinen und Anhängern erhalten, die Zauberzeichen in isländischen Handschriften.
Hallo, liebe Wikinger! Vielleicht hast du, wie viele andere, bei uns schon ein Wikinger-Stück mit nordischem Symbol gekauft. Aber kennst du auch seine Bedeutung?
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In diesem Artikel bringen wir etwas Licht in die heute bekanntesten Symbole der nordischen Mythologie und erzählen dir mehr über ihre Bedeutung. Jeder echte Fan der Wikingerkultur trägt gern Kleidung und Accessoires mit Tattoos und Symbolen aus der nordischen Mythologie. Sie sehen cool aus, aber längst nicht jeder kennt ihre Bedeutung.
Heute ändern wir das. Wenn du diesen Artikel gelesen hast, kannst du deine Wikinger-Ausrüstung nicht mehr nur nach dem Aussehen auswählen, sondern auch nach ihrer Bedeutung.
Los geht’s!
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<p>Infografik von <a href="https://vikingsbrand.co/de/blogs/norse-news/wikinger-symbole-und-bedeutung">VikingsBrand</a></p>
Ein Hinweis zu den Quellen: Einige Symbole in diesem Ratgeber, darunter der Vegvísir und der Schreckenshelm (Ægishjálmr), sind erstmals in isländischen Handschriften aus der Zeit zwischen etwa dem 17. und dem 19. Jahrhundert belegt, also lange nach der Wikingerzeit. Sie sind aus der nordischen und isländischen Kultur hervorgegangen, aus der Wikingerzeit selbst aber nicht belegt. Wir weisen darauf hin, wo es darauf ankommt, denn eine ehrliche Datierung gehört dazu, wenn man verstehen will, was diese Symbole sind.
Sind alle Symbole der nordischen Mythologie wirklich „original“?
Die Nordmänner glaubten an viele Götter. Sie glaubten an das Schicksal. Und sie waren überzeugt, dass verschiedene Symbole ihnen helfen würden, ihre Probleme zu überwinden. Heute kennt man diese Zeichen als Symbole der nordischen Mythologie, und für alle, die an sie glauben, haben sie noch immer große Kraft.
Wurden all diese Symbole aber wirklich schon in der Wikingerzeit verwendet? Sicher sagen können wir das nicht, und zwar aus folgendem Grund:
Manche Symbole der nordischen Mythologie wurden im Lauf der Geschichte durchaus verwendet, aber es gibt keinen schriftlichen Beleg dafür, dass die Nordmänner sie benutzten. Ihre ursprüngliche Bedeutung ist nicht mehr als eine begründete Vermutung von Historikern und Archäologen.
Ein Beispiel:
Schreckenshelm (altnordisch Ægishjálmr), Wikinger-Kompass (isländisch: Vegvísir) und Trollkreuz gehören zu den bekanntesten Symbolen, die man heute mit der nordischen Mythologie verbindet. Es gibt jedoch keinen Beweis, dass die Nordmänner sie gezeichnet haben.
Das Trollkreuz ist ein moderner schwedischer Entwurf, die anderen beiden stammen aus isländischen Zauberhandschriften des 17. bis 19. Jahrhunderts. Island wurde aus der nordischen Welt heraus besiedelt, und seine Zauberbücher sind aus dieser Kultur gewachsen. Einen Beweis, dass diese Symbole in der Wikingerzeit gezeichnet wurden, gibt es aber nicht.
Symbole der nordischen Mythologie: eine kurze Einführung
Für die Wikinger waren nordische Symbole eine Verbindung zu Schicksal und Spiritualität, den beiden Dingen, die jedem Wikinger heilig waren. Das Schicksal auf seiner Seite zu haben, konnte über Leben und Tod entscheiden, und wie wichtig die Götter der nordischen Mythologie in der Wikingerzeit waren, muss man kaum eigens betonen.
Aus diesen zwei Gründen haben nordische Symbole einen so wichtigen Platz in der Wikingerkultur, und deshalb tauchen einige von ihnen, allen voran Thors Hammer, auf Wikingerschmuck auf.
Da die Nordmänner wirklich glaubten, dass die Symbole Kraft besaßen, ist es kein Wunder, dass sie sie bei Gefahr oder Ungewissheit in ihrer Nähe haben wollten. Sie lebten in Hitze, Kälte, Wind und Regen. Sie segelten über offene Meere, kämpften unzählige Schlachten und mussten daran glauben, dass Schicksal und Götter auf ihrer Seite standen.
Deshalb brachten die Wikinger Bilder ihrer Götter und Mythen auf ihrem Schmuck an, malten sie auf ihre Schilde, webten sie in Stoffe und schnitzten sie in das Holz ihrer Schiffe.
Und all das aus dem Gefühl heraus, dass Schicksal und Götter auf ihrer Seite waren.
Nordische Symbole, nordische Zeichen und Wikinger-Zeichen: Wie nennt man sie?
Man liest von nordischen Symbolen, altnordischen Symbolen, Wikinger-Zeichen oder einfach nordischen Zeichen. Im Alltag meinen alle diese Begriffe dasselbe, ganz austauschbar sind sie aber nicht, und den Unterschied solltest du kennen, bevor du eines davon trägst.
Altnordisch (englisch „Norse“) ist der genaue Begriff für die Kultur und Sprache der skandinavischen Völker im frühen Mittelalter. Ein altnordisches Symbol stammt aus dieser Welt, ganz gleich, ob es in Dänemark, Norwegen, Schweden oder Island eingeritzt wurde.
Nordisch (englisch „Nordic“) ist heute die geografische Bezeichnung für dieselbe Region plus Finnland. Nordische Symbole und nordische Zeichen sind die Begriffe, zu denen die meisten greifen, wenn sie altnordische meinen, und in der Praxis bekommen sie auch genau das.
Wikinger beschreibt eine Tätigkeit, kein Volk. Die Wikinger waren die Plünderer, Händler und Siedler, die zwischen etwa 793 und 1066 aus der nordischen Welt hinaussegelten. Ein Wikinger-Symbol ist ein altnordisches Symbol, das in genau diesem Zeitfenster verwendet wurde.
Zeichen und Markierungen umfassen sowohl Symbole als auch Runen, und genau diese Unterscheidung lohnt es sich zu merken. Runen sind ein Alphabet mit Lautwerten. Symbole wie der Valknut oder der Schreckenshelm sind eigenständige Bilder ohne Lautwert. Beide wurden in dieselben Steine gehauen, deshalb wirft man sie oft in einen Topf.
Heute sehen wir uns diese Symbole an:
- Nordische Runen,
- Mjölnir,
- Valknut,
- Schreckenshelm,
- Vegvísir,
- Triskele,
- Wikingeraxt,
- Yggdrasil,
- Gungnir,
- Netz der Wyrd,
- Swastika,
- Svefnthorn,
- Das Trollkreuz,
- Langschiffe,
- Sleipnir,
- Rabe,
- Eber und Katzen,
- Bären,
- Wölfe,
- Drachen.
Und jetzt ohne weitere Umschweife: Beginnen wir mit unserer Geschichte.
Das nordische Alphabet: Wikinger-Runen
→ Runenschmuck im Wikingerstil entdecken

Nordische Runen
Das Wort Rune geht auf ein altes germanisches Wort für „Mysterium oder Geheimnis“ zurück: altenglisch rūn, gotisch rūna, altnordisch rún, Plural rúnar. Runen dienten dem alltäglichen Schreiben ebenso wie besonderen Botschaften, und manche Wikinger glaubten offenbar, dass Runen besondere Kräfte besaßen.
Runen ähneln Buchstaben sehr, mit einer Ausnahme. Jede Rune stand nicht nur für einen Laut, sondern trug auch einen Namen, der selbst ein Wort war, etwa fé, „Reichtum“, für F. Die nordischen Runenalphabete sind nach ihren ersten sechs Runen F, U, TH, A, R, K benannt: Futhark. Die ältesten Runeninschriften stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., die älteste vollständige Futhark-Reihe, auf dem Kylver-Stein aus Gotland, aus der Zeit um 400.
Wenn du sehen willst, wie dein eigener Name in diesen Zeichen aussehen würde: Unser kostenloser Runen-Übersetzer überträgt jeden Text ins Ältere Futhark, ins Jüngere Futhark oder ins angelsächsische Futhorc.
Die Wikinger schrieben ihre Geschichten nicht auf Pergament nieder. Sie gaben sie mündlich von Generation zu Generation weiter, und die Sagas wurden erst später im christlichen Island aufgeschrieben, größtenteils im 13. und 14. Jahrhundert.
Runen wurden in Holz, Knochen, Metall und Stein geritzt. Die meisten erhaltenen Runentexte der Wikingerzeit sind keine langen Geschichten, sondern kurze Gedenkinschriften auf Runensteinen, die nennen, wer den Stein errichtet hat und für wen.
Runen hatten durchaus eine magische Seite. Im eddischen Gedicht Sigrdrífumál lehrt die Walküre Sigurd Siegrunen, die er auf den Griff seines Schwertes ritzen soll, und dasselbe Gedicht spricht von Runen, die auf einen Schild geritzt sind. Runen finden sich auch auf Waffen, Schilden und Amuletten.
Die nordische Dichtung sieht in Runen mehr als eine menschliche Erfindung. In den Hávamál (Strophe 80) heißen sie reginkunnar, „von göttlicher Herkunft“, geschaffen von den großen Mächten und gefärbt vom mächtigen Weisen. Runen besaßen eine solche Macht, dass selbst Odin, der Allvater, bereit war, viel zu erleiden, um sie zu gewinnen: In den Hávamál (Strophen 138 und 139) hängt er neun Nächte an einem windigen Baum, von einem Speer verwundet, bevor er die Runen aufnimmt.
Aber zurück zu unserer Geschichte.
Diese frühen Runen nennt man das Ältere Futhark. Viele nordische und germanische Stämme verwendeten es bis ganz zum Beginn der Wikingerzeit. Dann nahm langsam das Jüngere Futhark seinen Platz ein. Das Jüngere Futhark hatte weniger Runen (insgesamt 16), und es ist das Alphabet, das die Wikinger selbst ritzten.
Heute, zwölf Jahrhunderte später, können wir das Ältere Futhark noch immer deuten. Trotzdem verwendet der meiste moderne Wikingerschmuck das Ältere Futhark, weil es mehr Buchstaben hat als das Jüngere. Jede einzelne Rune erklären wir in unserem Ratgeber zur Bedeutung der Runen im Älteren Futhark.
Mjölnir: nordisches Symbol für Donner und Blitz

Mjölnir: Symbol für Donner und Blitz
Beginnen wir unsere Liste mit dem wohl wichtigsten (und beliebtesten) aller nordischen Symbole: Thors Hammer, Mjölnir (altnordisch Mjǫllnir).
Woher das Wort Mjölnir stammt, ist nicht ganz klar, denn verschiedene Quellen legen Unterschiedliches nahe. Sehen wir uns das an:
Eine Forschungsrichtung verbindet es mit altnordisch mala, „mahlen“, womit Mjölnir „der Zermalmer“ wäre. Eine andere bringt es mit Wörtern für Blitz in anderen Sprachen in Verbindung, etwa russisch molnija und walisisch mellt. Eine dritte verbindet es mit altnordisch mjöll, „Neuschnee“, und liest es als „der strahlend Weiße“. Keine dieser Deutungen ist gesichert.
Was glaubten die Menschen in der Wikingerzeit? Adam von Bremen schreibt in den 1070er-Jahren in seiner Beschreibung des Tempels von Uppsala, Thor herrsche über die Luft, über Donner und Blitz, Winde und Regen, gutes Wetter und Feldfrüchte. Das verbreitete Bild vom Donner als Thors Hammer, der einen Riesen trifft, passt zu dieser Rolle, aber kein nordischer Text drückt es so aus.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Mjölnir viel mehr war als nur die Waffe eines Gottes. Thor nutzte seinen Hammer für verschiedene Zwecke, etwa um Menschen und Dinge zu segnen. Im eddischen Gedicht Þrymskviða verlangt der Riese Þrymr, dass man den Hammer der Braut in den Schoß legt, um die Hochzeit zu weihen, und in Snorris Gylfaginning hebt Thor ihn, um seine geschlachteten Böcke wieder zum Leben zu erwecken, und weiht damit Baldrs Scheiterhaufen.
Snorri Sturluson beschreibt im zweiten Teil der Prosa-Edda, Skáldskaparmál, wie Mjölnir entstand. Kurz gesagt: Loki wettete mit dem Zwerg Brokkr um seinen Kopf, dass Brokkrs Bruder Sindri keine drei Schätze schmieden könne, die so gut seien wie die der Söhne Ívaldis. Sindri schmiedete sie, Mjölnir war darunter, und Loki verlor die Wette. Seinen Kopf rettete er nur mit dem Einwand, der Zwerg habe keinen Anspruch auf seinen Hals. Den einzigen Makel des Hammers sieht Snorri im kurzen Stiel. Lies dazu auch unseren Artikel darüber, wer älter ist, Loki oder Thor.
Neben seiner Verbindung zu Donner und Blitz galt Mjölnir den Nordmännern auch als Symbol für Sicherheit und Schutz. Und zwar aus diesem Grund:
Wie schon erwähnt, nutzte Thor seinen Hammer, um Menschen zu segnen und Riesen zu erschlagen, und schützte die Menschen so. Es ist also leicht zu verstehen, warum die Wikinger Mjölnir als Zeichen für Schutz und Sicherheit trugen. Außerdem gilt dieses Symbol als eines der stärksten Kriegersymbole der Wikingerzeit.
Valknut: nordisches Symbol der gefallenen Helden

Valknut: Symbol der gefallenen Helden
Der Valknut, manchmal auch Odins Knoten genannt, gehört zu den bekanntesten Symbolen der nordischen Mythologie und ist eines der wenigen heute beliebten Symbole, die tatsächlich in der Wikingerzeit eingeritzt wurden. Der Name ist modern: Forscher übernahmen „Valknut“ im 20. Jahrhundert aus späterem norwegischem Sprachgebrauch, gebildet aus valr (die Erschlagenen) und knútr (Knoten). Wie die Wikinger das Zeichen nannten, ist unbekannt.
Das Symbol ist auf den gotländischen Bildsteinen Stora Hammars I und Tängelgårda eingemeißelt und erscheint auf Holzgegenständen aus dem Oseberg-Schiffsgrab von 834. Auf Stora Hammars I steht es neben einer Opferszene mit einer speertragenden Figur, die meist als Odin gedeutet wird. Weil fast jedes frühe Beispiel in einem Grab- oder Opferzusammenhang steht, verbinden Fachleute wie Hilda Ellis Davidson es mit Odin, der die im Kampf gefallenen Helden in Walhall empfing, und mit den Toten.
Keine Edda, keine Saga und keine Runeninschrift erwähnt oder erklärt den Valknut. Seine Bedeutung ist also eine gut begründete Schlussfolgerung und keine überlieferte Tatsache. Das Symbol besteht aus drei Dreiecken mit neun Ecken, und viele deuten die neun Ecken heute als die neun Welten des nordischen Universums. Diese Deutung ist modern; keine Quelle verbindet beides.
Schreckenshelm (Ægishjálmr): nordisches Symbol für Schutz und Sieg
→ Schmuck mit dem Schreckenshelm

Schreckenshelm (Ægishjálmr): Symbol für Schutz und Sieg
Der Schreckenshelm (altnordisch Ægishjálmr, wörtlich „Helm des Schreckens“) ist heute ein nordisches Symbol für Sieg und Schutz. Der Name ist mittelalterlich. Im eddischen Gedicht Fáfnismál (Strophe 16) prahlt der Drache Fáfnir, er habe den ægishjálmr über die Menschenkinder getragen, während er auf seinem Schatz lag, und die Völsunga saga berichtet, dass Sigurd ihn nach Fáfnirs Tod aus dem Hort nahm. In diesen Texten ist er eine Macht des Grauens, keine Zeichnung. Das achtarmige Zauberzeichen taucht erst später auf, in isländischen Zauberbüchern des 17. Jahrhunderts und danach. Lies die ganze Geschichte des Schreckenshelms (auf Englisch).
Wie man den Ægishjálmr heute beschreibt, ist ganz unterschiedlich, und das hat einen Grund:
Manche heutigen Autoren beschreiben den Ægishjálmr als magischen Gegenstand, andere als unsichtbare Schutzsphäre, die Feinden in der Nähe Angst einjagt. Die isländischen Zauberbücher behandeln ihn als Zeichen, das man zeichnet: Ihre Anweisungen besagen, man solle ihn auf der Stirn zwischen den Brauen anbringen, um Gegnern Furcht einzuflößen.
Die acht Arme, die von der Mitte ausstrahlen, enden in gegabelten Strichen, die oft als Algiz-Runen gelesen werden, gekreuzt von Strichen, in denen man Isa-Runen sieht. Diese Lesart ist modern, und die Zauberbücher selbst kennen unter demselben Namen viele Varianten mit vier, acht oder mehr Armen.
Für alle, die ihn heute tragen, steht der Schreckenshelm also dafür, jedes Hindernis zu überwinden, das dir das Schicksal in den Weg legt, indem du Seele und Geist stählst.
Vegvísir: das isländische Symbol, bekannt als Wikinger-Kompass

Vegvísir: der isländische „Wikinger-Kompass“
Der Name dieses Symbols, Vegvísir, setzt sich aus den Wörtern „vegur“ (Weg) und „vísir“ (Zeiger) zusammen und bedeutet „Wegweiser“. Der Vegvísir ähnelt dem Ægishjálmr sehr, weshalb viele glauben, dass beide ein und dasselbe sind. Wie der Schreckenshelm besteht der Vegvísir aus acht „Strahlen“, die sich in der Mitte treffen. Der einzige Unterschied: Beim Vegvísir sind alle Strahlen verschieden, während die bekannte Form des Ægishjálmr acht gleiche Strahlen hat. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Bedeutung des Vegvísir (auf Englisch).
Seine Geschichte ist kurz und gut dokumentiert. Hier ist sie.
Die einzige Primärquelle für den Vegvísir ist die Huld-Handschrift, eine Sammlung isländischer Zauberzeichen und Zaubersprüche, die Geir Vigfússon 1860 in Akureyri zusammenstellte. Ihr einziger Satz zu dem Zeichen verspricht, dass sich niemand, der es bei sich trägt, in Sturm oder schlechtem Wetter verirrt, selbst wenn ihm der Weg unbekannt ist.
Es ist also kein Symbol der Wikingerzeit. Kein Fund aus der Wikingerzeit, kein Runenstein und kein mittelalterlicher Text zeigt es, und der Spitzname „Wikinger-Kompass“ ist modern.
Dafür hat es einen echten Platz in der isländischen Tradition der Zauberzeichen, und heute tragen Menschen es als Wegweiser durch raues Wetter jeder Art.
Schutzsymbole der Wikinger
→ Schutzschmuck im Wikingerstil entdecken
Fragst du nach einem Wikinger-Symbol für Schutz, hörst du immer dieselben vier Namen: Mjölnir, der Schreckenshelm, der Vegvísir und der Svefnthorn. Gleich alt sind sie nicht. Manche hingen an echten Wikingerhälsen, andere sind aus isländischen Zauberbüchern hervorgegangen, die lange nach dem Verschwinden der Langschiffe geschrieben wurden. So schneiden sie im Vergleich ab.
Mjölnir-Amulette sind von allen am besten belegt. Hunderte kleiner Hammeranhänger wurden in Gräbern und Hortfunden der Wikingerzeit in ganz Skandinavien gefunden, und ein Exemplar aus dem 10. Jahrhundert aus Købelev in Dänemark trägt sogar eine Runeninschrift mit den Worten „dies ist ein Hammer“. Thor beschützte Götter und Menschen, und wer seinen Hammer trug, bat um denselben Schutz. Wenn ein Wikinger ein Schutzsymbol trug, dann dieses.
Der Schreckenshelm (Ægishjálmr) hat einen echten Halt in den mittelalterlichen Quellen. Im Lied Fáfnismál aus der Lieder-Edda prahlt der Drache Fáfnir, er habe den ægishjálmr gegen alle Menschen getragen, und in der Prosa rund um die Lieder Reginsmál und Fáfnismál trägt Sigurd ihn mit dem Hort des Drachen davon. Was diese Texte beschreiben, ist allerdings ein Ding des Schreckens, keine Zeichnung. Das achtarmige Zauberzeichen, das wir heute kennen, stammt aus isländischen Zauberhandschriften, die Jahrhunderte nach der Wikingerzeit geschrieben wurden.
Beim Vegvísir ist die ehrliche Einordnung am wichtigsten. Sein frühestes bekanntes Vorkommen ist die Huld-Handschrift, ein isländisches Zauberbuch aus dem Jahr 1860. Er ist ein schönes Stück isländischer Volksmagie, und heute tragen ihn Menschen als Wegweiser durch schwierige Zeiten, aber ein Schutzsymbol der Wikingerzeit ist er nicht.
Der Svefnthorn, der Schlafdorn, liegt dazwischen. Sagas wie die Völsunga saga und die Hrólfs saga kraka beschreiben, wie er seine Opfer in einen Schlaf versetzt, aus dem sie nicht von selbst erwachen können. Die Idee ist also mittelalterlich, auch wenn die Formen, die man später für ihn zeichnete, es nicht sind.
Odins Hörner: das Triskele-Symbol

Odins Hörner: das Triskele-Symbol
Das Triskele-Symbol (auch als Odins Hörner bekannt) besteht aus drei ineinander verschlungenen Trinkhörnern. Seine Bedeutung ist unklar, und der Name „Odins Hörner“ ist modern. Die heute beliebteste Deutung verbindet es mit der Geschichte, wie Odin den Dichtermet gewann. In Snorris Skáldskaparmál wird der Met allerdings in einem Kessel namens Óðrerir und zwei Gefäßen namens Boðn und Són aufbewahrt, nicht in drei Hörnern. Die Verbindung ist also eine moderne Deutung.
Das bekannteste frühe Beispiel findet sich auf dem Snoldelev-Stein (DR 248), einem Runenstein aus dem 9. Jahrhundert von der dänischen Insel Seeland, der heute im Nationalmuseum in Kopenhagen steht. Dort sind drei verschlungene Hörner neben einer Swastika eingemeißelt.
In der modernen Kultur tragen oft Künstler und Schriftsteller auf der Suche nach Inspiration dieses Symbol, wegen seiner Verbindung zu Odins künstlerischen Gaben und zum Dichtermet.
Wikingeraxt: nordisches Symbol für Mut und Stärke
→ Äxte im Wikingerstil entdecken

Wikingeraxt: Symbol für Mut und Stärke
Neben dem Speer war die Axt die Waffe, die sich ein gewöhnlicher Wikinger leisten konnte, und sie ist die berühmteste. Äxte gab es in verschiedenen Größen, von einhändigen bis zu zweihändigen Streitäxten. Viele Äxte hatten eine „Bartklinge“, deren Unterkante wie ein Haken herabhängt und mit der man den Rand eines feindlichen Schildes einhaken konnte.
Falls du dich fragst, warum die Wikinger Äxte den Schwertern vorzogen, hier ist die Antwort:
Eine Axt herzustellen kostete viel weniger Zeit und Eisen (von Können ganz zu schweigen) als ein Schwert. Außerdem brauchte jeder Hof täglich eine Axt zum Holzhacken. Deshalb wuchsen die Wikinger praktisch mit der Axt in der Hand auf, was sie zu den gefürchtetsten Axtkämpfern machte. Selbst lange nach dem Ende der Wikingerzeit blieben ihre Nachfahren für ihr Geschick mit der Axt berühmt.
Heute steht das Axt-Symbol für Stärke und Mut. Seine tiefere Bedeutung lässt sich als die Fähigkeit von Herz und Verstand deuten, jedes Hindernis auf dem Lebensweg zu durchschlagen.
Yggdrasil: Symbol des Lebenskreislaufs

Yggdrasil: Symbol des Lebenskreislaufs
Yggdrasil ist der Weltenbaum der nordischen Mythologie, eine gewaltige Esche, deren Äste sich laut Snorri über die ganze Welt ausbreiten und über dem Himmel stehen. In der Völuspá (Strophe 19) steht er immergrün über dem Brunnen der Urðr, und Snorri gibt ihm drei Wurzeln, jede über einem Brunnen oder einer Quelle. Das Gedicht erwähnt neun Welten, aber kein mittelalterlicher Text sagt, welche neun das sind, oder hängt sie an den Baum. Der Name bedeutet höchstwahrscheinlich „Odins Ross“; „Baum des Lebens“ ist eine moderne Bezeichnung.
Heute trägt man Yggdrasil als Symbol für die Verbundenheit aller Dinge. Zu seiner tieferen Bedeutung aber gleich mehr.
Yggdrasil spielt in der nordischen Mythologie eine zentrale Rolle, und zwar aus mehreren Gründen:
Zunächst halten die Götter jeden Tag am Baum Gericht. (Ihre Jugend bewahren sie mit den Äpfeln der Göttin Iðunn, nicht mit Früchten des Baumes.) Bei Ragnarök, so die Völuspá, erzittert die Esche Yggdrasil und der alte Baum ächzt; dass er fällt, sagt das Gedicht allerdings nicht. Im Lied Vafþrúðnismál verstecken sich ein Mann und eine Frau, Líf und Lífþrasir, in Hoddmímirs Wald und überleben, danach bevölkern sie die Welt neu; viele Forscher halten diesen Wald für Yggdrasil, aber keine Quelle sagt das. Dasselbe gilt für den Baum, an dem Odin sich auf seiner Suche nach Weisheit aufhängte: Die Hávamál nennen ihn nie beim Namen, auch wenn die meisten Leser darin Yggdrasil sehen.
Auch viele andere Kulturen kennen einen Weltenbaum, der Himmel, Erde und Unterwelt verbindet.
Kein Bild aus der Wikingerzeit lässt sich sicher als Yggdrasil bestimmen, deshalb können wir nicht sagen, was er den Wikingern als Bild bedeutete. Heute steht er für den Lebenskreislauf, den Kosmos, die Verbindung von Schicksal und Zeit und vor allem für Harmonie.
Alles in allem ist der Weltenbaum eines der einflussreichsten Bilder des nordischen Glaubens.
Gungnir: nordisches Symbol, verbunden mit Odin

Gungnir: das mit Odin verbundene Symbol
Odins Speer Gungnir ist ein Symbol, das eng mit dem Allvater verbunden ist. Geschaffen haben ihn die Zwerge, die man die Söhne Ívaldis nennt. Sie schufen auch Skíðblaðnir, Freyrs Schiff, und das goldene Haar von Sif (Thors Frau). Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Bedeutung von Gungnir (auf Englisch).
Snorri sagt nur, dass der Speer in seinem Stoß nie innehält, und laut Sigrdrífumál gehört Gungnirs Spitze zu den Stellen, an denen Runen eingeritzt werden. Die Vorstellung, dass er sein Ziel nie verfehlt, ist eine moderne Nacherzählung.
Auch in der Religion der Wikingerzeit taucht der Speer auf. Und zwar so:
Auf Odins Suche nach Weisheit, so die Hávamál, hing er neun Nächte an einem windigen Baum, von einem Speer verwundet und sich selbst dargebracht, bevor er die Runen aufnahm. Das Gedicht nennt den Speer nicht beim Namen, ihn Gungnir zu nennen ist also eine spätere Schlussfolgerung. Speer und Schlinge gehören auch bei Odins Opfern zusammen: In der Gautreks saga hängt Starkaðr König Víkarr auf und sticht ihn mit einem Schilfrohr, das sich in einen Speer verwandelt, und sagt dabei: „Nun gebe ich dich Odin.“
Spannend ist im Zusammenhang mit Gungnir auch der Speer, den man über die Köpfe der Feinde warf. In der Eyrbyggja saga wirft Steinþórr „nach alter Sitte“ einen Speer über seine Gegner, um Glück zu bringen, und im Styrbjarnar þáttr rät man König Eiríkr von Schweden, ein Schilfrohr über Styrbjörns Heer zu schießen und „Óðinn á yðr alla!“ zu sagen („Odin besitzt euch alle“). Damit wollte man Odins Gunst und die Schlacht gewinnen.
Aber was hat das mit Odin zu tun, fragst du dich vielleicht?
Nun, in der Völuspá (Strophe 24) beginnt der erste Krieg der Welt, der Krieg zwischen Asen und Wanen, als Odin seine Waffe ins feindliche Heer schleudert. Was er warf, sagt das Gedicht nicht, meist versteht man es aber als Speer, und Odin spricht dort kein Wort; trotzdem wiederholt der Brauch der Krieger seinen Wurf.
Kurz gesagt: In der nordischen Mythologie ist Gungnir ein mit Odin verbundenes Symbol. Heute steht er für Inspiration, Geschick, Mut, Präzision, Stärke, Fokus und Weisheit.
Netz der Wyrd: modernes Symbol für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Netz der Wyrd: Symbol für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Die nordischen Gedichte kommen immer wieder auf den Gedanken zurück, dass niemand seinem Schicksal entkommt, nicht einmal die Götter, die wissen, dass sie bei Ragnarök fallen werden. „Niemand überlebt den Abend, wenn die Nornen gesprochen haben“, heißt es im eddischen Gedicht Hamðismál. Das Altnordische hatte mehrere Wörter für Schicksal, darunter urðr, örlög und sköp, und viele sehen in diesem Glauben die Wurzel des Wikingermuts.
In der nordischen Mythologie heißen die Wesen, die das Schicksal formen, Nornen. In der Völuspá (Strophe 20) kommen drei von ihnen aus dem Wasser unter dem Weltenbaum, am Brunnen der Urðr; sie ritzen in Holz, legen Gesetze fest und bestimmen das Leben der Menschenkinder. Auch Fäden kommen vor: Im Lied Helgakviða Hundingsbana I kommen die Nornen in der Nacht, in der der Held Helgi geboren wird, und drehen die Fäden seines Schicksals.
Das Symbol „Netz der Wyrd“ übernimmt dieses Bild vom gewebten Schicksal, das Symbol selbst ist aber modern. Es erscheint auf keinem Gegenstand der Wikingerzeit und in keinem mittelalterlichen Text. Wyrd ist das altenglische Wort für Schicksal (das altnordische Gegenstück ist urðr), und bekannt wurde der Ausdruck durch Brian Bates’ Buch The Way of Wyrd von 1983, das bei den Angelsachsen spielt, nicht bei den Wikingern. Das Symbol besteht aus neun sich kreuzenden Linien, in denen sich die Form jeder Rune des Älteren Futhark nachzeichnen lässt.
Die Namen der drei Nornen, Urðr, Verðandi und Skuld, werden oft als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erklärt, und den Brunnen der Urd nennt man oft den Brunnen des Schicksals. Diese Deutungen stützen sich auf die Bedeutung der Namen; die Quellen selbst sagen das nie. Wer das Netz der Wyrd heute trägt, nutzt es als Erinnerung daran, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verwoben sind.
Swastika: Symbol für Glück und Heiligkeit

Swastika: Symbol für Glück und Heiligkeit
Woran denkst du als Erstes, wenn du an die Swastika denkst? Natürlich an den Zweiten Weltkrieg und das nationalsozialistische Deutschland. Das Symbol ist jedoch Tausende Jahre alt und erscheint in der Kunst vieler alter Kulturen; auf Sanskrit bedeutet svastika ungefähr „dem Wohlergehen förderlich“, daher seine Verbindung mit Glück und Heiligkeit. In Skandinavien erscheint es auf Gegenständen aus der Eisenzeit und der Wikingerzeit, etwa auf goldenen Brakteaten und auf dem Snoldelev-Runenstein aus dem 9. Jahrhundert. Manche modernen Autoren verbinden es mit Thor und seinem Hammer, aber kein nordischer Text erklärt, was es bedeutete.
Svefnthorn

Svefnthorn-Symbol
Der Svefnthorn, der Schlafdorn, wird in mehreren Sagas erwähnt, etwa in der Saga von den Völsungen, der Saga von König Hrolf Kraki und der Göngu-Hrólfs saga.
In jeder dieser Geschichten bewirkt er dasselbe: Er versetzt jemanden in einen Zauberschlaf, meist als Strafe oder um ihn wehrlos zu machen. In der Völsunga saga sticht Odin zum Beispiel die Walküre Brunhild mit einem Schlafdorn, weil sie dem falschen König den Sieg geschenkt hat. Wie ein Schlafdorn aussah, sagen die Sagas nie. Die Zauberzeichen, die man heute unter seinem Namen zeichnet, stammen aus isländischen Zauberbüchern der Frühen Neuzeit und des 19. Jahrhunderts, und diese Bücher zeigen kein einheitliches Motiv.
Das Trollkreuz: schwedisches Schutzsymbol

Das Trollkreuz: Symbol des Schutzes
Dieses Symbol stammt aus Schweden, und seine Form ähnelt der Othala-Rune. Man trägt es als Amulett, das vor Trollen und dunkler Magie schützen soll.
Ein Wikinger-Symbol ist es allerdings nicht. Das Trollkreuz, wie man es heute trägt, wurde im späten 20. Jahrhundert in Schweden erstmals als Schmuckstück hergestellt, angeblich nach dem Vorbild eines alten Zauberamuletts von einem Hof in Dalarna. Ein Trollkreuz aus der Wikingerzeit oder dem Mittelalter wurde nie gefunden. Es ist ein modernes Schutzsymbol mit Wurzeln im schwedischen Volksglauben über Trolle.
Langschiff: nordisches Symbol für die Mentalität der Wikinger

Langschiff: Symbol für die Mentalität der Wikinger
Wir sind uns alle einig, dass die Wikinger großartige und furchtlose Krieger waren. Sie hatten aber noch etwas, das ihnen einen gewaltigen Vorteil gegenüber ihren Feinden verschaffte: ihre Langschiffe.
Die Bauweise ihrer Schiffe war bemerkenswert. Ein Langschiff hatte sehr wenig Tiefgang (beim kleinen Langschiff Skuldelev 5 waren es nur 0,6 Meter), was den Wikingern große Beweglichkeit verschaffte. Mit denselben Schiffen konnten sie über den Ozean segeln und auf Flüssen ins Landesinnere vordringen, praktisch bis vor die Haustür ihrer Feinde.
Abgesehen von diesen Vorteilen waren die Langschiffe auf Geschwindigkeit gebaut. Sie konnten die Kraft des Windes zum Segeln nutzen oder rudern, wenn der Wind nicht günstig stand.
Mit ihren Langschiffen hatten die Wikinger meist das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Da es Berichte über Wikingerfahrten nach England, Island, ins Mittelmeer und sogar nach Grönland und Nordamerika gibt, kannst du dir vorstellen, wie schlecht ihre Gegner auf die kommenden Kämpfe vorbereitet waren. Selbst Europas mächtigste Königreiche brauchten sehr lange, um sich anzupassen und gegen Wikingerangriffe zu verteidigen.
Wikinger-Langschiffe nennt man auch „Drachenschiffe“. In den Sagas ist dreki, „Drache“, ein dichterischer Name für ein großes Kriegsschiff, und manche Schiffe trugen tatsächlich geschnitzte Tierköpfe: Der Steven des Oseberg-Schiffs endet in einem spiralförmig gedrehten Schlangenkopf. Nicht jedes Schiff hatte aber einen.
Skíðblaðnir und Naglfar sind die beiden berühmtesten Schiffe der nordischen Mythen. Skíðblaðnir, sagt Snorri, ist das beste aller Schiffe und gehört dem Gott Freyr. Es ist groß genug für alle Asen samt ihren Waffen, bekommt günstigen Wind, sobald das Segel gesetzt ist, und die Zwerge, die es bauten, die Söhne Ívaldis, machten es so, dass man es wie ein Tuch zusammenfalten und in einem Beutel tragen kann. Ein wahrhaft magisches Schiff!
Das andere Schiff, Naglfar, ist das größte aller Schiffe, und laut Snorri besteht es aus den Fingernägeln der Toten! Deshalb, fügt er hinzu, sollte niemand mit ungeschnittenen Nägeln sterben. Wenn Ragnarök kommt, reißt sich Naglfar los, und Snorri zufolge steuert der Riese Hrymr es in die letzte Schlacht; in der Völuspá steuert Loki ein Schiff aus dem Osten, das die Leute Muspells trägt.
Zurück zu den „echten“ Wikingerschiffen.
Eines sollten wir klarstellen. Die Langschiffe waren keine Schiffe, wie wir sie uns heute vielleicht vorstellen. Sie waren offen, ohne Kajüten, und die Besatzung war Wind, Kälte und Hitze völlig ausgesetzt. Die Wikinger konnten das Wasser mit bloßen Händen berühren, wenn sie nur hinunterlangten!
Und mit solchen Schiffen segelten die Wikinger über den Ozean! Kannst du dir das vorstellen?
Diese Hingabe, diesen Mut und diesen Drang ins Unbekannte können nur echte Wikinger wirklich verstehen. Wir, die wir ihr Erbe lieben, können nur versuchen, es uns vorzustellen, und davon träumen, auf einem dieser prächtigen Langschiffe dabei zu sein.
Wofür stehen die Langschiffe also?
Für nichts Geringeres als die Wikinger selbst und alles, was sie ausmacht. Für ihre Mentalität im Ganzen.
Sleipnir: nordisches Symbol für Reiseglück

Sleipnir: Symbol für Reiseglück
Sleipnir ist ein achtbeiniges Pferd, das berühmteste Pferd der nordischen Mythologie, und gehörte Odin. Die Grímnismál nennen ihn das beste aller Pferde, und in den Mythen trägt er seine Reiter dorthin, wohin kein gewöhnliches Pferd kommt: den Weg hinunter nach Hel.
Gezeugt wurde er, als Loki sich in eine Stute verwandelte, um den Bau der Mauern um Asgard zu sabotieren, indem er Svaðilfari verführte, den Hengst des Riesen, der die Mauer baute. Loki brachte das Fohlen später zur Welt, was Sleipnir zum Halbbruder von Fenrir, dem Wolf, und Jörmungandr, der Midgardschlange, macht.
Das achtbeinige Pferd ist älter als der schriftlich überlieferte Mythos: Es ist auf den gotländischen Bildsteinen Tjängvide und Ardre VIII aus dem 8. und 9. Jahrhundert eingemeißelt. Warum es acht Beine hat, erklärt keine Quelle. Geschwindigkeit ist die einfache Deutung; Hilda Ellis Davidson schlug die vier Träger einer Totenbahre vor, was zu einem Pferd passt, das für Reisen zu den Toten genutzt wird.
Heute trägt man Sleipnir als Zeichen für Geschwindigkeit, Reiseglück und Transzendenz. Er ist ein beliebtes Symbol für Reisende und für alle, die nach spiritueller Erleuchtung suchen.
Rabe: eines der häufigsten nordischen Symbole

Rabe: eines der häufigsten nordischen Symbole
Als eines der Tiere, die man am häufigsten mit den Wikingern verbindet, verdient der Rabe seinen Platz auf unserer Liste. Falls du dich fragst, warum Raben bei den Wikingern so beliebt waren, hier ist die Antwort:
Odin hatte zwei Raben namens Huginn und Muninn, „Gedanke“ und „Erinnerung“. Laut den Grímnismál fliegen sie jeden Tag über die weite Erde, und Snorri berichtet, dass Odin sie im Morgengrauen über die ganze Welt aussendet und sie zum Frühstück zurückkehren, um ihm ins Ohr zu flüstern, was sie gesehen und gehört haben. Wie wichtig die Raben in der nordischen Kultur sind, sieht man daran, wie Odin meist dargestellt wird. Sehr oft begegnet dir ein Kunstwerk, das Odin mit seinen zwei Raben auf den Schultern zeigt.
Ein weiterer Grund für die Beliebtheit des Raben-Symbols ist ein legendärer Wikinger, dessen Ruhm dank der Serie Vikings wieder gewachsen ist: Ragnar Lothbrok. Die Sagas machen ihn zu einem skandinavischen König des 9. Jahrhunderts, ob er wirklich gelebt hat, ist aber umstritten.
Unzählige Legenden erzählen von Ragnars Abenteuern quer durch Europa. Das Rabenbanner selbst ist echte Geschichte. Laut der Angelsächsischen Chronik erbeuteten die Engländer im Jahr 878, als ein Bruder von Ivar und Halfdan, den Anführern des Großen Heidnischen Heeres, in Devon getötet wurde, „das Banner, das sie Rabe nannten“. Eine spätere englische Chronik, die Annalen von St Neots, fügt hinzu, dass die Töchter Lodbroks es gewebt hätten.
Auch auf den Orkneys tauchen Rabenbanner wieder auf. Laut der Orkneyinga saga fertigte die Mutter von Jarl Sigurd ihm ein Banner in Gestalt eines Raben, das dem Mann, dem es vorangetragen wurde, den Sieg bringen sollte, seinem Träger aber den Tod. Sigurd fiel 1014 in der Schlacht von Clontarf in Irland, als er es selbst trug.
Was die Bedeutung dieses Symbols für die Wikinger angeht, stand es für Odin, Weisheit, Verstand, Einsicht und Ruhm im Kampf. Heute dagegen symbolisiert es die zwei Jahrhunderte nordischer Vorherrschaft und Entdeckungsfahrten.
Eber und Katzen: nordische Symbole von Freyr und Freyja

Freyr und sein Eber: Gullinbursti
Viele nordische Götter haben eigene Tiere. Odin hat Raben und Wölfe, Thor hat Böcke, und Heimdall ist über seinen Beinamen Hallinskíði mit dem Widder verbunden, den die alten Namenslisten auch als Wort für Widder angeben. Man nennt diese Tiere manchmal die fylgjur der Götter, aber in den Sagas ist eine fylgja etwas anderes: der Begleitgeist eines Menschen, der in Tiergestalt erscheinen kann.
Eber haben gleich zwei nordische Götter: Freyja und ihr Bruder Freyr. Im eddischen Gedicht Hyndluljóð reitet Freyja einen Eber namens Hildisvini („Kampfschwein“), der laut der Riesin Hyndla in Wahrheit Freyjas Liebling Óttarr in Verkleidung ist, während Freyrs Eber Gullinbursti („Goldborste“) heißt und seinen Wagen zu Baldrs Bestattung zieht.
Freyr, sagt Snorri, herrscht über Regen und Sonnenschein und ist der Gott, den man um gute Ernten und Frieden anruft, und so wurde der Eber zum Sinnbild für Glück, Frieden und Fülle.
Neben ihrem Eber fährt die Göttin Freyja laut Snorri auch einen Wagen, den zwei Katzen ziehen. Namen oder Farbe gibt er ihnen nicht.
Heute steht das Katzen-Symbol für Freyja und das, wofür sie bekannt war: Magie, Fülle, Schönheit, Liebe und Begehren.
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Bären: Symbol der Berserker

Bären: Symbol der Berserker
Bären waren die stärksten und gefährlichsten Tiere der nördlichen Wälder, und selbst die mutigsten Wikinger wichen vor einem zurück.
Bären waren auch prächtige Geschenke. Ein lebender Eisbär war ein Geschenk, das eines Königs würdig war: Im Auðunar þáttr vestfirzka gibt ein Isländer alles, was er besitzt, für einen Bären in Grönland aus und bringt ihn den ganzen Weg bis zu König Sveinn von Dänemark.
Eine weitere Verbindung zu Bären stammt von den Berserkern. Sie waren Wikingerkrieger, die in einem Zustand ekstatischer Wut und Raserei kämpften. In Snorris Saga über König Harald Schönhaar, den Sieger von Hafrsfjord, besetzen Berserker den vorderen Teil des königlichen Drachenschiffs, gleich hinter dem Steven.
Das Wort Berserker kommt wahrscheinlich von altnordischen Wörtern für „Bärenhemd“, auch wenn manche Forscher es als „bloßes Hemd“ lesen. Snorris Ynglinga saga berichtet, dass Odins Männer ohne Brünne in die Schlacht zogen, toll wie Hunde oder Wölfe, in ihre Schilde bissen und stark waren wie Bären oder Stiere. So oder so waren die Berserker Krieger, die auf dem Schlachtfeld den Unterschied machten.
Das Bären-Symbol stand also für unglaubliche Stärke, Wut, Tapferkeit und Kriegergeist. Jetzt ist es doch ziemlich leicht zu verstehen, warum die Nordmänner von Bären so fasziniert waren, oder?!
Wolf-Symbol

Wolf-Symbol
Das Wolf-Symbol hat in der nordischen Mythologie widersprüchliche Bedeutungen. Es kann sowohl für das Beste als auch für das Schlechteste im Menschen stehen. Es kann zum Beispiel ein Zeichen für Teamgeist und Tapferkeit sein oder ein Zeichen für den Zorn der Natur, eine Macht, der selbst die Götter Asgards nicht gewachsen waren.
Woher kommen diese widersprüchlichen Bedeutungen? Sehen wir uns das an.
In der nordischen Überlieferung gibt es einige wichtige Wölfe. Der berühmteste ist zweifellos Fenrir, der Wolf, der so mächtig war, dass selbst die Götter Angst vor ihm hatten und ihn deshalb fesseln wollten (es brauchte drei Versuche und kostete den Gott Týr seine Hand). Es war jedoch vorhergesagt, dass Fenrir sich bei Ragnarök von seinen Fesseln befreien würde. Dann, sagt Snorri, läuft er mit aufgerissenem Rachen, der von der Erde bis zum Himmel reicht, und verschlingt den Allvater selbst, während andere Wölfe seiner Sippe Sonne und Mond verschlingen.
Jetzt verstehst du wahrscheinlich den Teil mit dem „Schlechtesten im Menschen“. Sehen wir uns die andere Seite der Bedeutung an (den Teil mit dem „Besten im Menschen“):
Zwei weitere Wölfe spielen in der nordischen Mythologie wichtige Rollen. Sie sind nicht so böse wie Fenrir, und sie gehören Odin, dem Allvater, der sie mit dem Essen von seinem eigenen Tisch füttert. Ihre Namen sind Geri und Freki.
Neben der direkten Verbindung zu Tieren ist das Wolf-Symbol auch mit den Wikingerkriegern verbunden, die man úlfheðnar nannte („Wolfshäute“ oder „Wolfspelze“). Ob úlfheðnar ein anderer Name für Berserker war oder eine andere Art von Kriegern, ist unklar. Im Haraldskvæði brüllen die Berserker und heulen die úlfheðnar Seite an Seite bei Hafrsfjord, doch später im selben Gedicht sagt der Rabe, dass man die Berserker úlfheðnar nennt. Mit Sicherheit werden wir es nie wissen.
Eines ist aber sicher. Die Wölfe waren für Odin von größter Bedeutung, und die wolfspelztragenden úlfheðnar zeigen, dass Krieger im Kampf etwas von dieser Macht für sich selbst wollten. Heute steht das Wolf-Symbol für Stärke und Tapferkeit.
Drachen: nordisches Symbol für Größe in vielen Formen

Drachen: Symbol für Größe in vielen Formen
Die nordische Mythologie kennt viele Mythen über Drachen und riesige Schlangen. Sogar die Langschiffe der Wikinger nennt man „Drachenschiffe“, was zeigt, wie wichtig Drachen in der nordischen Kultur waren.
Halten wir aber kurz inne und klären, was das Wort „Drache“ für die Wikinger bedeutete. Ihre Drachen waren weit entfernt von denen, die wir uns heute vorstellen (riesige, furchterregende Bestien mit breiten Flügeln, die Feuer speien und Zerstörung säen). Die meisten Drachen ähnelten eher Schlangen. Nur wenige hatten Flügel (Níðhöggr fliegt in der Völuspá), und Fáfnir speit Gift statt Feuer.
Andererseits gibt es in der nordischen Mythologie einige Drachen, die mehr waren als bloß furchterregende Ungeheuer. Sie waren selbst kosmische Kräfte. Eines dieser Wesen war Níðhöggr (ungefähr „der, der aus Bosheit zuschlägt“). Er nagt an einer Wurzel des Weltenbaums, und in der Völuspá saugt er die Leichen der Toten aus.
Ein weiterer großer „Drache“ des nordischen Universums ist Jörmungandr, die Midgardschlange. Ihr Körper ist so groß, sagt Snorri, dass sie im Ozean rund um alle Länder liegt und sich in den eigenen Schwanz beißt. Diese Haltung ist der berühmte Ouroboros; mehr dazu in unserem ausführlichen Ratgeber zum Ouroboros und seiner Bedeutung (auf Englisch).
Zum Glück für Helden wie Sigurd und Ragnar Lothbrok (und Beowulf im altenglischen Gedicht) waren nicht alle Drachen so groß wie Jörmungandr, und viele Geschichten erzählen von Helden, die es mit kleineren aufnehmen.
Zum Schluss müssen wir noch einen der faszinierendsten Drachen der nordischen Mythologie erwähnen: Fáfnir. Fáfnir war der Sohn Hreiðmarrs. Er tötete seinen Vater wegen eines verfluchten Goldschatzes und verwandelte sich in einen Drachen, um darauf zu liegen, bis Sigurd ihn tötete. Als er im Lied Fáfnismál stirbt, tauscht er Weisheit mit seinem Bezwinger aus, was ihn zu einem der klügsten und mächtigsten Drachen des nordischen Universums macht.
Was bedeutet das Drachen-Symbol also?
Es steht für Größe in vielen Formen. Große Stärke, große Gefahr, große Zerstörung und große Reichtümer sind einige der Dinge, für die das Drachen-Symbol steht.
Wikinger-Symbole: häufige Fragen
Was ist das mächtigste nordische Symbol?
Mjölnir, Thors Hammer, gilt weithin als das mächtigste und beliebteste nordische Symbol. Er stand für Schutz, Stärke und Segen, und aus der Wikingerzeit sind Hunderte Hammeramulette erhalten, die meisten davon aus dem 10. Jahrhundert.
Welches Wikinger-Symbol steht für Schutz?
Das am besten belegte Schutzsymbol der Wikinger ist Mjölnir, Thors Hammer, der in der Wikingerzeit als Schutzamulett getragen wurde. Der Schreckenshelm (Ægishjálmr) wird im Lied Fáfnismál der Lieder-Edda als Macht des Schreckens genannt, sein achtarmiges Zauberzeichen stammt aber aus isländischen Zauberbüchern des 17. Jahrhunderts und später. Der Vegvísir wird oft als Schutzsymbol verkauft, taucht aber erstmals in einer isländischen Handschrift von 1860 auf, lange nach den Wikingern.
Was bedeutet das Valknut-Symbol?
Der Valknut, drei ineinander verschlungene Dreiecke, ist auf Bildsteinen der Wikingerzeit aus Gotland eingemeißelt, oft neben Szenen von Tod und Opfer. Kein Text erklärt ihn, aber Forscher verbinden ihn mit Odin und mit im Kampf gefallenen Kriegern; sein Name, „Knoten der Erschlagenen“, ist modern.
Was ist der Unterschied zwischen dem Schreckenshelm und dem Vegvísir?
Beide sind isländische Zauberzeichen: Der Schreckenshelm, dessen Name auf die Lieder-Edda zurückgeht, ist ein Symbol für Schutz und Stärke in der Auseinandersetzung, während der Vegvísir, erstmals 1860 belegt, ein Wegweiser-Symbol ist, das dir helfen soll, deinen Weg durch raues Wetter und unbekanntes Gelände zu finden.
Welche Wikinger-Symbole stehen für Stärke?
Mjölnir, der Bär (das Zeichen der Berserker), die Wikingeraxt und der Wolf werden in der nordischen Kultur häufig als Symbole für Stärke und Mut getragen.
Geschrieben von VikingsBrand. Mehr in die Tiefe gehen unsere Ratgeber zu Fenrir, dem großen Wolf und Gungnir, Odins Speer (beide auf Englisch).
Fassen wir zusammen
Heute haben wir versucht, die Bedeutung der beliebtesten Symbole der nordischen Mythologie zu erklären. Denk aber daran, dass es damals unzählige weitere gab. Das ist kein Wunder, denn diese Symbole waren den Wikingern so wichtig wie uns heute religiöse Bilder.
Die Nordmänner glaubten fest daran, dass Symbole magische Kräfte besaßen, die ihnen helfen konnten, jedes Hindernis auf ihrem Lebensweg zu überwinden. Wie wichtig diese Symbole in der Wikingerzeit waren, zeigen am besten die unzähligen Funde verschiedenster nordischer Symbole im vorchristlichen Skandinavien.
Ehrlich gesagt beneide ich die Wikinger. Es muss sich großartig angefühlt haben, zu glauben, dass ein besonderes Amulett dir hilft, Schlachten zu gewinnen, den richtigen Weg zu finden, wenn du auf See verloren bist, stärker zu werden, deine Liebsten zu schützen und jedes andere Problem zu lösen, das dir begegnet. Selbst wenn es nur in deinem Kopf war. Und in diesen seltsamen Zeiten wünsche ich mir nichts mehr als ein magisches Amulett mit nordischen Symbolen, das mir auf meinem Lebensweg hilft.
Warum suchst du dir also nicht aus unserem großen Sortiment ein Wikinger-Stück mit dem nordischen Symbol aus, das dir am besten gefallen hat? Wer weiß das schon? Vielleicht wussten die Wikinger etwas über Magie, das wir heute nicht mehr wissen. Skål!
Jedes Symbol im Detail: der Schreckenshelm, der Vegvísir, Mjölnir und Gungnir (auf Englisch), oder entdecke Schmuck mit nordischen Symbolen.



4 Kommentare
Awesome site thanks.
I’m trying to find the actual
Viking symbol for love… I’ve seen several that claim to be such, but nothing definitive. Can you help?
I am trying to find the meaning of a specific symbol and I found it on site but can’t find a meaning anywhere. It is similar to the wolf symbol but the one I’m looking forward has a pentacle in the middle. Can you help me with this?
This was so helpful and very informational, I’m drawing something in stipple art for my older brother for his 16th birthday and this gave me everything I need thank you!